|
 |
Die Leitungsbahnen
Der Blutkreislauf
- Gesamtblutmenge: ca. 40 Liter
- Herzfrequenz: 32 - 45 mal pro Minute in Ruhe
- Ort der Pulskontrolle:
- Allgemein: Gesichtsarterie, am Unterkieferrrand, dicht vor der Ganasche
- Vorhand: Hauptmittelfußarterie, dicht hinter dem inneren Griffelbein
- Hinterhand: Hauptmittelfußarterie, dicht vor dem äußeren Griffelbein
- Huf: Zehenarterien, seitlich am Fesselkopf
- Intravenöse Injektion: Drosselvene, kopfnahe Hälfte
Der Blutkreislauf
Durch seine Röhrensysteme
(Arterien, Kapillaren und Venen) gelangt das Blut in die Nähe
jeder Körperzelle, um diese mit den lebensnotwendigen Substanzen
zu versorgen (Sauerstoff, Nährstoffe, Wasser, Salze, Hormone
und Vitamine) und ihre Schlackenstoffe abzutransportieren (Kohlendioxid
und andere Stoffwechselprodukte). Zudem werden mit dem Blut Abwehrstoffe
verteilt (Blutzellen, Antikörper, Mediatoren und Enzyme).
Das Herz
Als zentrale Pumpstation sorgt
das Herz (Gewicht ca. 3 kg) für die leistungsgerechte Blutzufuhr
in die unterschiedlich zu versorgenden Körperteile. Trotz
einheitlicher Bauweise kann funktionell von einem rechten (Venösen)
und einem linken (arteriellen) Herzen gesprochen werden. Das
gesamte Venenblut des Körpers fließt über die
hintere und die vordere hohlvene in die rechte Vorkammer und
tritt dort durch eine mit 3 Segelklappen ausgestattete Öffnung
in die rechte Kammer über. Diese relativ schwach bemuskelte
Kammer drückt das venöse Blut in die Lungenarterien.
In der linken Vorkammer sammelt sich das gesamte arterielle Blut
von den Lungenvenen und wird durch die Segelklappenöffnung
in die linke Kammer weitergegeben. Ihre muskelstarke Wand stößt
das Arterienblut in die Aorta und damit in den gesamten Körper
weiter.
Alle Kontraktionen werden im allgemeinen
automatisch vom Herzen selbst gesteuert. Bei Leistungssteigerungen
jedoch wird die Herzaktion, gekoppelt mit der Lungentätigkeit,
vom Nervensystem geregelt. Starke Herzbelastung über längere
Zeit führt vor allem bei untrainierten oder kranken Pferden
zur Sauerstoffschuld im Herzmuskel.
Die Arterien
Die linke Herzkammer stößt
in ruhebedingungen das arterielle Blut ca. 35 mal pro Minute
unter hohem Druck in die aorta und damit in den Körperkreislauf.
Die abzweigenden Arterien bringen das Blut mit der Pulswelle
nach hinten zur Brustwand, den Baucheingeweiden (Magen, Milz,
Leber, Darm), zu Becken und Hinterhand sowie nach vorne zu Hals,
Kopf und Vorhand.
In ihren Endaufzweigungen werden
die Arterien zwar immer kleiner, dennoch vergrößert
sich durch ihre vielfache Aufteilung der Gesamtquerschnitt, und
damit sinken der Blutdruck und die Fließgeschwindigkeit
deutlich ab. Die kleinsten Arterien verlieren allmählich
nahezu sämtliche Wandschichten und teilen sich in den zu
versorgenden Geweben in die Kapillaren (Haargefäße)
auf. Hier findet der Austausch von Sauerstoff und Nährstoffen
mit Kohlendioxid und Stoffwechselprodukten mit den benachbarten
Zellen statt.
Die Venen
Der nachgeordnete Gefäßabschnitt
der Kapillaren im Gewebe geht in kleine Venen über, die
das sauerstoffarbe Blut den zumeist parallel zu den Arterien
verlaufenden, größeren Venen zuführen. Ihre herzwärts
zielende Blutstromrichtung wird durch ventilartige Venenklappen
gesichert. Die Venen ziehen in die Brusthöhle zurück
und münden durch sogenannte Hohlvenen (Durchmesser ca. 4
cm) in die rechte Vorkamme des Herzens.
Der Pfortaderkreislauf
Die abführenden Venen
der Verdauungseingeweide der Bauchhöhle (und der Milz) fließen
über die Pfortader zur Leber und teilen sich dort in ein
zusätzliches Kapillargebiet auf. Hier folgt also nach einer
Venenteilstrecke (Pofrtader) eine zweite Kapillaraufzweigung,
die über die Lebervenen ins allgemeine Venensystem übergeht.
Sinn dieser Zusatzeinrichtung ist die direkte Bearbeitung und
Entgiftung der im Magen-Darm-Trakt resobierten Nährstoffe
durch die Leberzellen, bevor sie den großen Körperkreislauf
erreichen.
Der Lungenkreislauf
Die Lungenarterie führt
,aus der rechten Herzkammer kommend, das gesamte venöse
Blut den beiden Lungen zu. Nach der Aufteilung in kleine Arterien
wird das Blut in den Lungenkapillaren mit Sauerstoff beladen.
Dieses nun arterielle Blut wird jetzt in den Lungenvenen zur
linken Vorkammer zurückgeleitet.
Der Lungenkreislauf ist also demKörperkreislauf
nicht parallel, sondern nachgeschaltet und verbindet die rechte
Herzseite über die Lunge mit der linken. Da alle Gefäße,
die Blut zum Herzen bringen, als Venen bezeichnet werden, fließt
in den Lungenvenen sauerstoffbeladenes, also arterielles, und
in der Lungenarterie venöses Blut.
Die Milz
Die etwa 50 cm lange und
1 - 2 kg schwere Milz schmeigt sich in der Bauchhöhle dem
linken Rippenbogen von innen an. Funktionell gehört sie
einerseits als Blutspeicher und als "Grab der Erythrozyten"
zum Blutkreislauf. Andererseits wird die "weiße Milzpulpa
(=Masse der Lymphknötchen) durch Lymphhozytenvermehrung
in hohem Maße am spezifischen Abwehrgeschehen gegen körperfremde
Stoffe mit. Somit kann die Milz funktionell auch dem Lymphsystem
zugeordnet werden.
|
 |
|
| News |

(\"(\
© /)"/)
(o o) Design & Grafik (o o)
(._.) by Susi B. (._.)
|
|